Archiv für den Monat: Oktober 2019

Mustert die Legion (Teil 3)

Hm. Vielleicht sollte ich den Titel des Beitrags noch editieren. So wie es aussieht, bin ich von einer Legion ungefähr so weit entfernt wie die Bundesregierung von einem brauchbaren Klimaschutz.

Aber warum bekomme ich es nicht hin die Modelle wie am Fließband zu bemalen?

Doch der Reihe nach.

Im Juli letzten Jahres (!) wollte ich bei einer Challenge des örtlichen GWs mitmachen. Das Ziel: 250 Punkte pro Monat zu bemalen.

Ich habe es nicht einen einzigen Monat geschafft – und das obwohl ich es echt versucht habe. Vorgenommen hatte ich mir im ersten Monat: einen Chaos Lord mit Plasmapistole und Chainaxe, 4 Berserker mit Chainsaw / Chainaxe, einen Berserker Champion mit Powerfist / Chainsword und ein Rhino Transporter.

Geschafft habe ich… den Lord (hier Destroyer genannt. Entliehen aus Kill Team Elites), den Champion und einen weiteren Berserker.

Das hat mich ziemlich frustriert muss ich sagen und ich stürzte mich sehr dankbar auf die Ablenkung, die mir Kill Team und Bloodbowl bot.

Nun habe ich mich mal dazu gezwungen zumindest die Infanterie fertig zu bemalen.

So. Wenn ihr nur fertige Modelle sehen wolltet, könnt ihr an dieser Stelle aufhören zu lesen. Wenn ihr ein wenig tiefer in den Kaninchenbau vordringen wollt, dann lest weiter über meine Theorie, warum das bei mir so langsam voran geht. Denn das sind tatsächlich Dinge, über die man sich beim Recess Shading wunderbar Gedanken machen kann.

Meine Arbeitshypothese: Es ist mein Stil, das Farbschema und das Modell.

Klar Ketzer… die Tatsache, dass du so langsam bist, ist also, zusammengefasst, die Tatsache, dass du ein Modell bemalst.

Gut, so kann man das verstehen, also muss ich etwas ins Detail.

Mein Stil

Der Stil, mit dem ich diese Modelle bemale ist der gleiche der in den Bemalvideos von Duncan, Peachy und Nick propagiert wird. Base, Shade, Layer, Highlight. Im Prinzip ist das der ‚eavy Metal Stil. An dieser Stelle nochmal deutlich: Stil! Nicht Qualität!

Und was ist der ‚eavy Metal Stil?

  • Edge Highlighting. Jede Ecke und jede Kante wird mit einem Highlight hervorgehoben. Und da wo es keine Kante gibt, wird manchmal eine eingefügt. (Mach ich z.B. auch an den Schulterpanzern. Die dünne, hellblaue Linie?)
  • Layering. Die einzelnen Farbschichten werden per Layering aufgetragen. Es findet kein bis wenig blending statt.
  • Clean. Die Einheiten sehen meistens sehr sauber aus. Starkes Weathering ist eher ungewöhnlich für diesen Stil.
  • Kein OSL (Object Source Lighting). Das Licht scheint von überall zu kommen

Der Stil ist jetzt von Haus aus schon mal nicht für seine Geschwindigkeit bekannt. Er setzt auf starke Kontraste, wie Blacklining, Recess Shading und Edge Highlighting. Das ist aufwendig und führt mich direkt zum zweiten Punkt

Mein Farbschema

Eigentlich könnte ich mich selbst schlagen. Da hab ich mir so viele Gedanken darüber gemacht, warum ich mit dem Black Legion Farbschema nicht glücklich wurde. Ich kam zum Ergebnis: es ist das schwarze Farbschema. Schwarz ist einfach sau schwer zu malen – und was mach ich? ich wende mich der nächsten Nicht-Farbe zu: weiß. Die mir die gleichen Probleme wie schwarz beschert – nur halt in heller.

Egal… was bremst mich da aus? Es ist das Recess-Shading. Bei vielen anderen Farben sorgt das Shading eher für einen Übergang von der Farbe zum Schatten und wenn man da nicht ganz so genau ist, dann ist das jetzt nicht die große Dramatik.

Auf Weiß sieht man aber diese kleinen Fehler und Unsauberkeiten und das bedeutet ich muss nacharbeiten, wenn ich irgendwo was versaut habe. Und wie gut funktioniert das mit weißer Farbe auf schwarzer? Eben.

Das Model

Die Modelle sind zum Teil alt und ich kann nicht sagen, dass sie gut gealtert sind. (Die Berserker sind irgendwas zwischen 20 und 25 Jahre alt!) Dazu kam das Gefühl bereits 100 Mal diese Modelle bemalt zu haben.

Das alles drohte mir den Spaß am Bemalen zu nehmen.

Das es anders geht fiel mir an vielen anderen Modellen auf, die ich „so nebenbei“ bemalt habe. Zum Beispiel die Death Guard Marines, die umgebauten Modelle, die Bloodbowl Modelle – und ja, sogar die Primaris Marines für Kill Team.

Was bedeutet das für die Zukunft?

Shadowspear hat mir neue Chaos Space Marines beschert. Ich habe die zu Berserkern umgebaut und werde sie demnächst bemalen. Ich hoffe schwer, dass mir diese Modelle mehr Spaß machen, als die alten Berserker.

Darüber hinaus befolge ich ein paar Tipps, die ich so im Internet von professionellen Bemalern aufgeschnappt habe.

Ich werde die Zahl meiner „Projekte“ auf 2 begrenzen. Momentan habe ich zu viel Ablenkung auf meinem Tisch.

Bei dem einen oder anderen Projekt werde ich versuchen mir Herausforderungen zu setzen. Sei es mal ein kleiner Freehand, oder ein besonderer Farbverlauf… solche Sachen.

Ich hoffe, dass ich damit öfters mal etwas mit Farbe posten kann.