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Alles neu macht die 8. Edition

Hier war es recht still in den letzten Wochen. Hatte der Ketzer nix zu meckern? Hat er Besuch von der Inquisition bekommen? Nein, ich muss euch enttäuschen, ich wurde nicht „erleuchtet“. Vielmehr waren es die gewaltigen Schatten, die die aufkommende 8. Edition vorauswarf, die mich ein wenig verharren ließen. Ich war drauf und dran ein wenig Fan-Fiction zu meinen Jungs zu schreiben. (Hey – weg mit den Mistgabeln, so schlecht wird das nicht!) Dann sah ich die Karte der zerrissenen Galaxie und dachte: „Oh… okay, da passiert was!“ 

Nun wollte ich nicht, dass mein geschreibsel frontal mit dem von GW gesetzten Fluff kollidiert – oder zumindest nicht mehr als absolut nötig. Also habe ich die Story auf Halde gelegt. 

Über die Regeln und Neuigkeiten die so durchsickerten wollte ich nichts schreiben, weil ich dachte: na mal sehen was der Kontext ist. 

Neue Modelle habe ich kaum zu zeigen. Ich habe ein paar Chaos Space Marines auf andere Bases gesetzt (keine „grüne Wiese“ Bases mehr) und magere 2 oder 3 Figuren fertig bekommen. Die Bilder reiche ich nach. 

Das Finalspiel von Bloodbowl hab ich sang und klanglos verloren. Ich hatte mir Notizen gemacht, aber die müssen meine Wellensittiche zerrupft haben, denn ich finde sie nicht mehr. 

Okay Ketzer, du warst also zu faul zum schreiben. Schon verstanden. Nun ist die 8. Edition aber schon 2 Wochen draußen und du schreibst erst heute was? Was ist deine Entschuldigung?

The Good

Ich wollte nicht über etwas schreiben, was ich noch nicht gespielt hatte. Gut, ich habe immer noch kein richtiges tiefgehendes Spiel gemacht, aber ein paar Dinge habe ich bereits festgestellt. 

  1. Teufel auch, spielt sich das Spiel schnell!
  2. Bye, bye Formationen. Ich werde euch vermissen. NICHT!
  3. Die Regeln sind erstaunlich harmonisch. Keine Diskussionen, ob man nun in Front oder in der Seite eines Fahrzeugs steht. Die Flieger wurden vernünftig angepasst. 
  4. Ich kann diesen nervigen Land Raider sogar mit meinen Buttermessern platt machen!
  5. Achte auf deine Sonderregeln!

Also alles gut in der finsteren Zukunft des 41. Jahrtausends? 

Von den Grundregeln her, kann ich nur in den Chor derer einstimmen, die ein Loblied auf diese 8. Edition singen. Nein, ehrlich! Ich finde das klasse, was sie da zurecht gezimmert haben. Die Story von Warhammer 40.000 geht sogar weiter, ohne dass es das befürchtete Gemurkse wird. 

Gut, es gibt ein paar Dinge, die mir unrund vorkommen: da wäre die Sache mit den Re-Rolls, die VOR den Modifiern gemacht werden (Gewöhnungssache) und Plasmawaffen, die (im Overcharge Modus) bei einer 1 das komplette Fahrzeug töten. (Ich denke, dass das noch abgeschwächt wird.)

The Bad

Aber: (!!!)

Mal im ernst, liebes neues Games Workshop, eure Art des Sadismus würde auch Slaanesh einen Schauder über den Rücken laufen lassen. 

Ich meine, ihr bringt 2012 einen Codex „Chaos Space Marines“ raus, der quasi „Dead on Arrival“ war. Gut, der fliegende Truthahn des Chaos aka. Heldrake war ne Zeitlang gefürchtet, aber den habt ihr dann auch in Grund und Boden generft und euch dann 4 Jahre die Ohren zugehalten und das Gejammer, das aus der Ecke der Chaosanhänger kam, ignoriert und lieber nochmal Codizes für alles andere veröffentlicht, ob nötig oder nicht… 

Liebe Leser, wenn ihr glaubt, dass das bereits das Perfide an der Sache war, die GW da abgezogen hat, dann irrt ihr euch. Das war nämlich nur der Auftakt!

Ende 2016 veröffentlichen sie nämlich endlich das, wonach die gebeutelten Chaosanhängern so lange gelechzt haben: Die Codexergänzung „Traitor Legions“! Endlich machte es wieder Sinn seine stacheligen Jungs ins Feld zu führen. Für…

nicht!

mal!

6!

Monate!!!

Dann nämlich kam die 8. Edition um die Ecke gewackelt und macht alles obsolet.

Versteht mich nicht falsch. Ich trauere den Formationen in keinster weise nach. Das ist nicht das, worum es mir geht. Was bei mir für erhöhten Blutdruck sorgt, ist Folgendes: Schaut euch doch mal bitte die Regeln für die „World Eaters“ an! 2 Doppelseiten! In Worten: zwei! Doppelseiten! Eine davon mit alt bekanntem Fluff-bla-bla. Eine mit den „Sonderregeln“, die schlicht und ergreifend keiner weiteren Erwähnung wert sind und neben den beiden Bildern eh kaum auffallen, sowie 2 Datenblätter… eins für Khârn und eins für die Berserker, die bereits weiter vorne erwähnt werden, nur diesmal mit dem Symbol für Standardauswahlen.

That's all Folks!

Keine besonderen Waffen, die Angron selbst noch geschwungen hat. Keine besonderen Einheiten. (*hust* Kultterminatoren, Red Butchers, Rampagers *hust*)

Und als ob das noch nicht ärgerlich genug wäre, haben wir noch etwas, was mich schon früher angekäst hat: Kein Schutz vor PSI Kräften! Ehrlich, wieso?

Jetzt kommt mir nicht mit „Die PSI-Phase ist doch eh nicht mehr so mächtig wie sie mal war“. Es gibt da draußen in der Welt-Weiten-Warteschleife Überlegungen zu reinen Smite-Listen. SO schlecht kann es also nicht sein.

Ihr merkt schon, die Stimmung bei mir drohte zu kippen. Das Mantra „irgendwann kommt ein neuer Codex“ hatte man sich als Chaosanhänger bereits in den letzten 4 Jahren vorgebetet – nur um dann so herbe enttäuscht zu werden. Jetzt sollte das wieder so losgehen? Oder soll ich einfach ne andere Legion spielen?

The Ugly Manufacturer.

Die Rettung meiner Stimmung kam aus einer etwas unerwarteten Richtung: Forgeworld!

Die Jungs, die so teure Resinklumpen herstellen (und die ich durch die Bank weg fast alle geil finde!) haben natürlich auch einen Codex für das Zeug herausgebracht, den sie so über die Jahre hinweg herausgebracht haben. 

Unter den Datenblättern findet sich u.a. der Eintrag für Lord Zhufor (ein absolut geiles Model!) und der Knabe kann etwas, was ihn für mich quasi zum Auto-Include macht: er kann bannen. Nicht selbst casten, aber bannen, denn Khorne wacht über seinen treuen Diener. 

Das erinnert mich an meine Gedanken, die ich mir mal über die Priester Khornes gemacht hatte. 

Gut, er gehört der Fraktion „Skulltaker“ an, statt World Eaters, aber ich bin sicher, meine Mitspieler werden nicht auf die Barrikaden gehen, wenn ich das Modell Weiß-Blau bemale.

Psikräfte und alternative Systeme. Was einem manchmal so durch den Kopf geht…

Da, ich mich nun von der liebsten Segnung des Seuchengottes (aka. Männergrippe) erholt habe und die Arbeit mir auch wieder etwas Luft lässt, kann ich wieder mal ein paar Zeilen für die WeltWeiteWarteschleife verfassen.

Worum soll es diesmal gehen?

Och verschiedenes

Zuerst mal möchte ich hier nochmal auf das Project „The 9th Age“ eingehen. Im letzten Blogbeitrag habe ich „The 9th Age“ ja bereits erwähnt und angedeutet, dass ich nochmal ein paar Dinge dazu sagen will. Nun haben sie vor ein paar Tagen eine neue Version veröffentlicht (Version 1.2.2) und sie sind darin einen – wie ich finde – sehr interessanten Schritt gegangen: Die Punktkosten wurden durch die Bank weg angehoben. Massiv angehoben.

Das hat zur Folge, dass man nun keine 2500 Punkte oder 3000 Punkte mehr spielt, sondern, dass eine „Standardgröße“ zwischen 3001 und 7999 Punkten liegt.

Eine 2500-Punkte Liste, die ich vor n paar Monaten ins Feld geführt habe ist nun eine 5076 -Punkte Liste – und sogar immer noch legal! (Yay!) Und warum finde ich das jetzt so interessant, dass da die Punktkosten quasi verdoppelt wurden? Es ist interessant, weil sie eben NICHT einfach verdoppelt wurden. Die Macher der Regeln haben sich damit die Möglichkeit gegeben, die Punktkosten genauer zu gestalten. Die Punktkosten sind dadurch schnell schwindelerregend, so kann ein Dämonenprinz in der 9. über 1000 Punkte kosten, wenn ich das mal grob überschlage, aber gefühlt sind die Einheiten damit „vergleichbarer“ geworden. Und vielleicht erinnern sich ein paar unter uns noch an Zeiten in denen Dinge in Warhammer 0,5 Punkte pro Modell kosteten? Hat man nun wieder – nur, dass sie halt einen Punkt kosten.

Echt jetzt, Ketzer? Das sind die News?

In einem Wort: Nein. (Ha!)

Aber das sollte eigentlich nur eine Randnotiz sein. Was mich bei „The 9th Age“ sehr begeistert, ist die Möglichkeit eine reine Khorne Wrath Armee zu spielen. Ihr mögt nun sagen: Ach, das konnte man doch auch schon in der 8. Edition von Warhammer. Aber seid mal ehrlich: wie sinnvoll war das eine reine Prügelarmee aufs Feld zu stellen, die keinen Zugriff (oder anständigen Schutz) vor Magie hat? Wie viele reine Khorne Armeen habt ihr tatsächlich gesehen? Nicht so viele, vermute ich.

Was also ist nun bei „The 9th Age“ anders? Es gibt einen Eintrag unter Helden, der sich „Wrath Priest“ nennt: im Prinzip ein Magier mit dem Mal des Khorne Zorns, der bannen kann, aber nicht selbst zaubert. Klar, in der gegnerischen Magiephase ist man immer noch schwer in der Defensive, und in der eigenen kann man höchstens was bannen, aber man ist nicht mehr so komplett schutzlos, wenn der andere Spieler sagt: „So, nun beschwöre ich mal einen Kometen…“. Außerdem hat man Zugriff auf Banner und Talismane, die wie die gute alte Bannrolle wirken.

Warum erwähne ich das hier, wo ich doch über eine 40k Armee schwadronieren will?

Weil ich sowas auch für meine World Eaters will!

Jetzt werdet ihr sagen: „Äh, moment, Ketzerlein. Stehst du noch unter dem Einfluss starker Medikamente? Oder hat dir Nurgles liebste Seuche das Denkvermögen genommen? Khorne verachtet Psioniker! World Eater Psioniker wurden alle ausgemerzt. Psikräfte vertragen sich nicht mit den Butchers Nails. Und… und… und!“

Das ist alles richtig. Khorne mag diese feigen Magier nicht. ABER: spiegelt sich das irgendwo in den Regeln wieder? Haben wir Rettungswürfe gegen Psi-Attacken? Muss ein Psioniker irgendwas befürchten, wenn er den mächtigen Champion des Khorne mit seinen hinterhältigen, schwächlichen und verabscheuungswürdigen Hexereien piesakt? Nein und nein. Je nachdem was für nen Codex ich nutze, kann ich dem Champion ein Halsband des Khorne kaufen, um nen Rettungswurf gegen direkten Schaden zu bekommen. Verzock ich den (wofür ich bekannt bin), dann schlürft jedes Psi-Buttermesser das Leben aus dem Champion. Und was machen wir treuen Anhänger des Blutgotts gegen so Sachen, die z.B. Stats des Champions schwächen, oder sonst einen schädigenden Effekt haben, der kein direkter Schaden ist? Richtig: blöd gucken.

Spielen wir mal ein bisschen Fluffbunny

Nun, nennen wir den Hexer also „Priester des Blutes“. Außerdem sagen wir mal, dass er keine Psi-Kräfte nutzt, sondern Gebete (hey, das haben schon Einheiten in Warhammer unterschieden!), die von seiner Schutzgottheit Khorne erhört werden und Khorne (oder einer seiner Champions) greift durch den Warp um dem unverschämten Psioniker die Ohren lang zu ziehen. Codex Traitor’s Wrath hat in seinen neuen Psi-Kräfte Tabelle sogar 2 Psi-Kräfte, die ich ganz passend für einen solchen Charakter und für den oben ersponnenen Fluff finde:

Warp Köder – geht direkt gegen den verhassten Hexer. (Khorne lässt seine Hunde los!)

Rüstung des Hasses – Rettungswurf gegen bestimmte Magie. (Khorne hält seine schützende Klaue über den Priester.)

Regeltechnisch wäre das wohl ein Hexer, ganz ohne Mal, ohne Psi-Waffe und mit zumindest der ersten der beiden Kräfte.

Wenn ich den Priester also so einsetzen will ohne dafür zu würfeln, brauch ich wohl die Erlaubnis von meinem Gegenspieler.

Irgendwie finde ich es erstaunlich, dass GW selbst noch nicht darauf gekommen ist. In AoS gibt es mit dem Slaughterpriest quasi eine Blaupause für ein Modell:

Haltet ihr das eher für eine interessante Idee? Für Blasphemie? Ketzerei? (Hah!) Wer will, kann gerne seine Meinung zu meiner Idee da lassen.

Ich überlege mir derweil mal ernsthaft, was für ein Modell hierfür in Frage kommen könnte.

Regeln vs. Fluff und ein Killteam

Ah, die epische UND ethische Schlacht.

Worum geht es heute?

Wie im letzten Beitrag angekündigt, will ich mir ein (paar) Killteam(s) zulegen. Das Killteam System an sich ist ne tolle Sache: 200 Punkte, keine Terminatoren (okay, das tut mir weh, aber was soll’s) oder andere Figuren mit 2+ Rüstungswurf, keine Fahrzeuge die nen gewissen Panzerungswert überschreiten und so weiter. Tatsächlich wird mit der Einschränkung und dem Punkelimit so ziemlich alles erschlagen was zu nervig ist (Diverse Tau Battlesuits und Deathstars). Man wählt einfach etwas aus dem Elite / Standard / Sturm Slot aus und tadaa: 40k in 40 Minuten.

Mit solchen kleinen Teams spielt man dann Missionen, die vielleicht hinter feindlichen Linien stattfinden. Wer denkt da nicht an kleine Elite-Teams aus diversen Filmen? Für 200 Punkte bekommt man im klassischen Chaos Space Marine Codex ein paar echt tolle Optionen für dieses Feeling – namentlich erwähnt sollen hier die Auserkorenen sein.

Stellen wir uns doch mal vor, dass wir ein böser, böser Chaosgeneral sind. Und stellen wir uns weiter vor, dass es da etwas gibt, das erledigt werden muss. Es ist wichtig, es ist blutig und ich kann nicht selbst gehen und ich habe auch keine Möglichkeit schwere Dinge wie Cybots, Termies oder ähnliches einzusetzen. An wen also wenden wir uns? Doch sicherlich an die Jungs, die die Veteranen meiner Armee sind. Die Truppen, die schon auf Istvaan mit mir angestoßen haben und meinen inneren Kreis bilden.

Und das sind für mich die Auserkorenen: Abgebrühte Veteranen unzähliger Schlachten. Die Vertrauten eines Chaosgenerals und die Elite, die er losschickt, wenn er will, dass irgendwem demnächst ein echtes Unglück passiert.

Versuchen wir also den Fluff in Regeln zu übersetzen:

Auserkorene mit Granaten, Bolter, Boltpistole und Nahkampfwaffe (7x)

Champion mit Granaten, Bolter, Boltpistole und Nahkampfwaffe (1x)

Mal des Khorne (8x)

Melta (1x)

Plasmawerfer (1x)

Lightning Claw (1x )

 

Macht genau 200 Punkte. Yay! Und es sind 8 – ein Zeichen! (Für die, die es nicht wussten: 8 ist die heilige Zahl Khornes.) Ich habe einen Champion, der das Team anführt und das Vertrauen seines Generals verdient hat. Ihm zur Seite steht ein Meisterschütze mit einem Plasmawerfer, ein Nahkämpfer mit einer Energieklaue und ein… keine Ahnung was ich mit dem Melta-Burschen mache, aber da fällt mir sicher auch noch was ein, gleich nachdem ich meinen Evilgasm hatte und mein bestes wahnsinniges Lachen anstimmen konnte – oder bis ich einen „Taktikartikel“ im Internet lese. Leider tat ich letzteres. Versteht bitte die Anführungszeichen um den „Taktikartikel“ nicht falsch, denn im Prinzip schrieb der gute Mann da nichts Verkehrtes, aber er schrieb nur über Regeln und deren effizienter Nutzung. Das Konstrukt drum herum, die Idee davon ein erzählerisches Spiel aufzuziehen, scheint er zumindest ausblenden zu können.

Das Meta-Play schlägt zurück

In dem Artikel ging man wie gesagt total anders an das Thema ran. Okay, das kann ich auch, man war ja mal Turnierspieler. Setzen wir also die Min-Max-Brille auf und interessieren wir uns nur mal für die maximale Effizienz der Einheit.

Ich persönlich – und auch der Autor des Taktikartikels – würde an der Stelle nach der Maxime gehen: Boys over Toys!

Also streichen wir das Mal des Khorne und den Melter, dann bekommen wir einen zusätzlichen Mann rein. Macht 9 Auserkorene und 8 Punkte über, für die man vielleicht nen Flammenwerfer bekommt.

Gut, nächster Schritt: Nehmen wir die 9 Auserkorenen und treten sie in die Tonne, denn das was 8 Auserkorene können, können auch 12 Chaos Space Marines mit 2 Plasmawerfern. Der „Nahkampfspezialist“ bekommt zu seinem Bolter und seiner Boltpistole noch ne Nahkampfwaffe und ich hab noch 2 Punkte über.

Ich könnte auch 10 CSM nehmen, einer mit Nahkampfwaffe, einer mit Melter und der Trupp bekommt einen Rhino mit nem Havok Rakentenwerfer spendiert.

Gut… die beiden Varianten könnte ich noch mit meinem Gewissen vereinbaren. Aber wenden wir uns doch mal der anderen Standardauswahl zu – den gefürchteten Kultisten!

Kultisten? Ja, klar. Kennt man. Das ist dieses Kanonenfutter… Billig und man kann die Einheiten recht groß machen und… ooooooh, spätestens jetzt geht uns ein Lichtlein auf. In 200 Punkte steck ich nämlich 40 Kultisten rein und hab noch Punkte über. Die Jungs können so gut wie nichts und sterben wie die Fliegen, aber es sind 40 Stück!

Während mein Killteam „Fluffbunnys“ nach 4 Verlusten wohl den … äh… taktischen Rückzug antreten wird, juckt das die Kultisten mal so ziemlich gar nicht. Man verschwendet an sie keine unnötigen Punkte für solche „fluffigen“ Sachen wie einem Mal des Khorne. Wenn es jetzt ein Mal des Nurgle wäre, könnte man darüber nachdenken. Gibt immerhin +1 auf den Widerstand. Kultisten mit Widerstand 4 – das ist ne Hausnummer.

Aber welcher General schickt bitte ne Horde Kultisten in den Kampf? Das machen doch nur diese Weicheier von den Word Bearers, oder die Alpha Legion. Wobei ich da eigentlich auch eher eine gemischte Gruppe sehen würde. Ein paar Kultisten, die an der Seite ihrer genetisch modifizierten Halbgötter auf die Mission gehen um da als Ablativschild zu dienen. Und Kultisten mit dem Mal des Nurgle? Seit wann schickt die Deathguard Seuchenzombies um die Arbeit echter Krieger zu erledigen?

Mist, ich bin schon wieder in den Fluff abgedriftet. Es sollte doch nur darum gehen, ob man was auf dem Spielfeld damit reißen kann und nicht um so perverse Dinge wie Hintergrund.

Stopp!

An dem Punkt verliere ich nämlich regelmäßig das Interesse am Spielen. Wenn ich effektiv spielen will, sollte ich schon mal die Finger von Chaos Space Marines lassen, denn die sind zu teuer, haben Probleme mit dem Moralwert und so fort.

Spieler, die ihren Fokus auf diese Dinge legen, haben mich dazu gebracht eine sehr ausgedehnte Pause in 40k einzulegen. Ich möchte sie nicht dafür verurteilen. Es gehört durchaus etwas dazu diese Kombos zu erkennen, die sich gegenseitig Buffen und jemand, der es ohne Hilfe einer Internetliste schafft eine Deathstar-Armee zusammenzunageln, hat durchaus Respekt verdient. Es ist nur nicht meine Art zu spielen. Gewinnen macht Spaß – das verstehe ich. Aber richtig Spaß machen doch die Spiele bei denen Ausgang bis zur letzten Runde offen bleibt. Bei denen man sich auf Augenhöhe mit seinen Kämpfern begibt, coole Szenen hat, über die man hinterher noch spricht. Hat man leider nur so selten, aber man erinnert sich daran.

Werde ich nun also 40 Kultisten anmalen? Oder stelle ich ein paar Chaos-Jungs auf nem Moloch hin und sage: „Jaja, regeltechnisch sind das zwar Biker mit dem Mal des Nurgle, aber flufftechnisch sind es einfach nur Molochreiter, die ich mit diesem Kniff darstelle.“?

Ein Wort: Nein.

(Diese „ein-Wort-Antworten“ auf meine eigenen rhetorischen Fragen ziehen sich durch…)

Ich werde mir ein paar Auserkorene zusammenstellen und vielleicht das 10-Mann-Team mit einem Rhino, aber da muss ich nochmal Rücksprache mit meinem Fluff halten. World Eaters ohne ein Mal des Khorne?

Nah, ich glaube das ist Stoff für einen eigenen Artikel.

Bis dahin – mögen euch die Würfel gewogen sein (solange ihr nicht gegen mich spielt)!

Hallo Welt – der Ketzer spricht

Mein erster Blogeintrag und gleich mal so ne „Wall of Words“ – ich entschuldige mich schon mal im Voraus… und nun holt euch einen Kaffee und rückt die Lesebrille zurecht. Ein TLDR gibts nicht.

Hallo liebe Leserschaft,

eigentlich wollte ich diesen Blog mit einem Beitrag darüber beginnen, wie ich mir den Neuaufbau / Umbau / das Projekt (ich weiß noch nicht wie ich es nennen soll) mit meinen World Eaters vorstelle, aber in meinen drei Wochen Urlaub las ich dann „drüben“ bei den Jungs und Mädels von Bell of Lost Souls einige Gerüchte über die Zukunft von Warhammer 40k.

Nun bin ich niemand der sagt: „Bäääh, was neues… alles scheiße!“ (hey, ich habe sogar AoS unvoreingenommen angenommen!). Es gibt jedoch eine Sache, die mich etwas stutzig gemacht hat: Das Gerücht über Regeln und Modelle für Primarchen. Link

Unter uns gesagt: wenn die wirklich halbwegs hübsche Dämonenprimarchen raus bringen, dann gibt es eine große Wahrscheinlichkeit, dass ich vor dem GW Dealer stehen und „Shut up and take my money!“ rufen werde.

ABER: so cool ich es finde und so gespannt ich auf einen Dämonenprimarchen Angron bin – so viel Angst habe ich davor, dass GW das Ganze in den Sand setzt.

Warum? Nun…

Erstens: GWs Problem mit Fluff.

GW kann Geschichten erzählen, wenn man sie lässt – nur lässt man sie wohl nicht. Der Großteil der Romane aus der „Horus Heresy“ Reihe der Black Library sind ein wunderbares Beispiel dafür, wozu sie in der Lage sind. Sie sind – in meinen Augen – toll und vor allem in sich stimmig.

Was also ist meine Sorge?

Nun, ich erinnere mich an einen gewissen 13. Kreuzzug – damals im heißen Sommer 2003. 

Für alle die es nicht mehr wissen, nicht dabei waren oder das Geschehen verdrängt haben, hier meine (sehr) vereinfachte Darstellung des Ergebnisses:

  • Abaddon versagte mal wieder darin einen einzelnen Planeten einzunehmen.
  • Die Tau vergrößerten ihr Gebiet um nen ganzen Batzen.
  • Die Imperiale Navy trat allem und jedem in den Allerwertesten
  • Die Eldar, die so ziemlich die erfolgreichsten waren, verloren ihren größten Helden – Eldrad – an eine schwarze Festung.

Aber keine Bange… in den neueren Editionen wurde das Rad der Zeit zurück gedreht und all das fand nicht statt – oder zumindest noch nicht.

Klingt verwirrend? Ist es auch! Und das ist auch mein Problem mit der Aussicht darauf, dass GW die „Geschichte von 40k weiterschreibt“.

In meinen Alpträumen machen sie das ganze groß. So richtig GROSS. Und nun mit den (Dämonen)Primarchen noch größer. Ich sehe Abaddon im Thronraum des Imperators, wo er zusammen mit den anderen Primarchen die größte Schlägerei seit Bud Spencer und Terence Hill aufzieht. Es wird episch… es wird Armageddon (das biblische) meets Ragnarök meets Michael“make-it-bigger“ Bay…  und daran scheitert es. Es wird zu groß, zu sperrig und ich höre Tyraniden, Necrons, Tau, Eldar, Orks und was es sonst noch so da draußen gibt schreien: „Hey und was ist mit uns?“

GW kann die Geschichte von Warhammer 40k nicht nicht auf die epische Art weiter erzählen ohne Rücksicht auf die anderen Völker zu nehmen. Und dabei kommen dann so Sachen raus wie in einer anderen Sommerkampagne, in der ein gewisser Ork einem gewissen ewig Auserwählten ne Kopfnuss verpasste und dann feiernd davon ging, statt die Sache anständig zu einem Ende zu bringen.

Zweitens: GWs Problem mit dem Geldverdienen.

Eine wichtige Sache vorweg: ich werfe GW nicht vor, dass sie versuchen Geld zu verdienen! Und uns sollte allen bewusst sein, dass sie ein Unternehmen sind, das versucht unser Geld in deren Kassen zu befördern. Unternehmen machen sowas… aber zurück zum Thema.

Es begab sich im Jahre 1999 – es kann auch 2000 gewesen sein – da unterhielt sich der Ketzer mit einem anderen Spieler aus seinem Club. Wir hatten es von GW und der Entwicklung der Story (weil damals bereits ein Gerücht kursierte, dass sich die Ultramarines ihr eigenes Imperium aufbauen… hey, wer hat da „Imperium Secundus“gehustet?) und wir stießen dabei auf die Frage: werden wir jemals Regeln und Modelle für Primarchen sehen – oder besser gesagt wiedersehen, denn es gab ja schon mal welche.

Das Ende vom Lied war, dass wir der Meinung waren erst wieder Primarchen zu sehen, wenn GW Geld braucht und/oder Warhammer 40k beerdigt wird. Was von beidem tritt denn nun ein? Wenn man sich GWs Zahlen ansieht, dann brauchen sie Geld! Dringend! Andererseits kochen die Gerüchte über die neue Edition ja auch gerade hoch und ein bisschen mulmig wird mir schon bei der Vorstellung, dass es bei Warhammer 40k einen Bruch gibt, der ähnlich wie der in AoS ist – was dem ersten Problem geschuldet ist. Werden sie die Figuren nun also auf Teufel komm raus einführen wollen und uns Spieler echt hanebüchene Geschichten schlucken lassen, weil sie Geld in die Kassen spülen müssen?

Drittens: GWs Problem mit den Regeln. 

Taugen die Regeln nicht, dann wird das Modell nicht gekauft. Fertig! (wisst ihr noch wie die Terminatoren zu ihrem 5+ Rettungswurf kamen?) Wenn sie also (Dämonen)Primarchen verkaufen wollen, dann müssen sie dafür sorgen, dass die Spieler sagen: „Ja ich brauch son Ding. Und zwar nicht nur eins!“. Also werden sie die Jungs so dicke machen, dass sie nen Bloodthirster im Armdrücken besiegen können, während sie sich die Haare machen und ihre iTunes Playlist sortieren. (Und das kann echt lästig sein – selbst für nen Primarchen.)

Auch wenn es zum Fluff passt – ja, es sind Halbgötter und ja zumindest Sanguinius hat sich mal mit nem Bloodthirster gemessen und zumindest das Rematch gewonnen – ich hab halt die Befürchtung, dass die so richtige I-Win-Auswahlen werden. Ähnlich dem Knight derzeit…

Okay Ketzer, was willst du uns eigentlich nun sagen? Warum erzählst nicht nicht deiner Black Legion und deinen Überlegungen, Plänen oder was-auch-immer?

Ein Wort: Zukunftsfähigkeit.

Soll ich mir jetzt echt noch die Arbeit machen, nur um festzustellen, dass GWs Zwänge dazu geführt haben, dass das Warhammer 40k Universum nicht mehr der Ort sein soll in dem ich meine Armee ins, bzw. übers Feld schieben will?

Ich tendiere zu einer gewissen… hm… nennen wir es Fatalität. Wenn GW mir ein Warhammer 41.000 anbietet, muss ich es ja nicht annehmen. Es gibt ältere Editionen. Genau wie bei AoS.

Andererseits gibt es ja auch noch Warhammer 30.000 und ich hab ne „Betrayal at Calth“ Box…

Das bloße Gerücht, ein wenig Kopfkino und lebenserfahrener Pragmatismus (sprich: Pessimismus) reichten also aus um mich nochmal ins Grübeln zu bringen.

Nachdem ich meine Gedanken nun mal in die WeltWeite Warteschleife posaunt habe, habe ich hoffentlich den Kopf frei und kann mein Hobby wieder irgendwie fortführen.

Und das nächste Mal geht es dann auch um Modelle. Versprochen!