Hallo Welt – der Ketzer spricht

Mein erster Blogeintrag und gleich mal so ne „Wall of Words“ – ich entschuldige mich schon mal im Voraus… und nun holt euch einen Kaffee und rückt die Lesebrille zurecht. Ein TLDR gibts nicht.

Hallo liebe Leserschaft,

eigentlich wollte ich diesen Blog mit einem Beitrag darüber beginnen, wie ich mir den Neuaufbau / Umbau / das Projekt (ich weiß noch nicht wie ich es nennen soll) mit meinen World Eaters vorstelle, aber in meinen drei Wochen Urlaub las ich dann „drüben“ bei den Jungs und Mädels von Bell of Lost Souls einige Gerüchte über die Zukunft von Warhammer 40k.

Nun bin ich niemand der sagt: „Bäääh, was neues… alles scheiße!“ (hey, ich habe sogar AoS unvoreingenommen angenommen!). Es gibt jedoch eine Sache, die mich etwas stutzig gemacht hat: Das Gerücht über Regeln und Modelle für Primarchen. Link

Unter uns gesagt: wenn die wirklich halbwegs hübsche Dämonenprimarchen raus bringen, dann gibt es eine große Wahrscheinlichkeit, dass ich vor dem GW Dealer stehen und „Shut up and take my money!“ rufen werde.

ABER: so cool ich es finde und so gespannt ich auf einen Dämonenprimarchen Angron bin – so viel Angst habe ich davor, dass GW das Ganze in den Sand setzt.

Warum? Nun…

Erstens: GWs Problem mit Fluff.

GW kann Geschichten erzählen, wenn man sie lässt – nur lässt man sie wohl nicht. Der Großteil der Romane aus der „Horus Heresy“ Reihe der Black Library sind ein wunderbares Beispiel dafür, wozu sie in der Lage sind. Sie sind – in meinen Augen – toll und vor allem in sich stimmig.

Was also ist meine Sorge?

Nun, ich erinnere mich an einen gewissen 13. Kreuzzug – damals im heißen Sommer 2003. 

Für alle die es nicht mehr wissen, nicht dabei waren oder das Geschehen verdrängt haben, hier meine (sehr) vereinfachte Darstellung des Ergebnisses:

  • Abaddon versagte mal wieder darin einen einzelnen Planeten einzunehmen.
  • Die Tau vergrößerten ihr Gebiet um nen ganzen Batzen.
  • Die Imperiale Navy trat allem und jedem in den Allerwertesten
  • Die Eldar, die so ziemlich die erfolgreichsten waren, verloren ihren größten Helden – Eldrad – an eine schwarze Festung.

Aber keine Bange… in den neueren Editionen wurde das Rad der Zeit zurück gedreht und all das fand nicht statt – oder zumindest noch nicht.

Klingt verwirrend? Ist es auch! Und das ist auch mein Problem mit der Aussicht darauf, dass GW die „Geschichte von 40k weiterschreibt“.

In meinen Alpträumen machen sie das ganze groß. So richtig GROSS. Und nun mit den (Dämonen)Primarchen noch größer. Ich sehe Abaddon im Thronraum des Imperators, wo er zusammen mit den anderen Primarchen die größte Schlägerei seit Bud Spencer und Terence Hill aufzieht. Es wird episch… es wird Armageddon (das biblische) meets Ragnarök meets Michael“make-it-bigger“ Bay…  und daran scheitert es. Es wird zu groß, zu sperrig und ich höre Tyraniden, Necrons, Tau, Eldar, Orks und was es sonst noch so da draußen gibt schreien: „Hey und was ist mit uns?“

GW kann die Geschichte von Warhammer 40k nicht nicht auf die epische Art weiter erzählen ohne Rücksicht auf die anderen Völker zu nehmen. Und dabei kommen dann so Sachen raus wie in einer anderen Sommerkampagne, in der ein gewisser Ork einem gewissen ewig Auserwählten ne Kopfnuss verpasste und dann feiernd davon ging, statt die Sache anständig zu einem Ende zu bringen.

Zweitens: GWs Problem mit dem Geldverdienen.

Eine wichtige Sache vorweg: ich werfe GW nicht vor, dass sie versuchen Geld zu verdienen! Und uns sollte allen bewusst sein, dass sie ein Unternehmen sind, das versucht unser Geld in deren Kassen zu befördern. Unternehmen machen sowas… aber zurück zum Thema.

Es begab sich im Jahre 1999 – es kann auch 2000 gewesen sein – da unterhielt sich der Ketzer mit einem anderen Spieler aus seinem Club. Wir hatten es von GW und der Entwicklung der Story (weil damals bereits ein Gerücht kursierte, dass sich die Ultramarines ihr eigenes Imperium aufbauen… hey, wer hat da „Imperium Secundus“gehustet?) und wir stießen dabei auf die Frage: werden wir jemals Regeln und Modelle für Primarchen sehen – oder besser gesagt wiedersehen, denn es gab ja schon mal welche.

Das Ende vom Lied war, dass wir der Meinung waren erst wieder Primarchen zu sehen, wenn GW Geld braucht und/oder Warhammer 40k beerdigt wird. Was von beidem tritt denn nun ein? Wenn man sich GWs Zahlen ansieht, dann brauchen sie Geld! Dringend! Andererseits kochen die Gerüchte über die neue Edition ja auch gerade hoch und ein bisschen mulmig wird mir schon bei der Vorstellung, dass es bei Warhammer 40k einen Bruch gibt, der ähnlich wie der in AoS ist – was dem ersten Problem geschuldet ist. Werden sie die Figuren nun also auf Teufel komm raus einführen wollen und uns Spieler echt hanebüchene Geschichten schlucken lassen, weil sie Geld in die Kassen spülen müssen?

Drittens: GWs Problem mit den Regeln. 

Taugen die Regeln nicht, dann wird das Modell nicht gekauft. Fertig! (wisst ihr noch wie die Terminatoren zu ihrem 5+ Rettungswurf kamen?) Wenn sie also (Dämonen)Primarchen verkaufen wollen, dann müssen sie dafür sorgen, dass die Spieler sagen: „Ja ich brauch son Ding. Und zwar nicht nur eins!“. Also werden sie die Jungs so dicke machen, dass sie nen Bloodthirster im Armdrücken besiegen können, während sie sich die Haare machen und ihre iTunes Playlist sortieren. (Und das kann echt lästig sein – selbst für nen Primarchen.)

Auch wenn es zum Fluff passt – ja, es sind Halbgötter und ja zumindest Sanguinius hat sich mal mit nem Bloodthirster gemessen und zumindest das Rematch gewonnen – ich hab halt die Befürchtung, dass die so richtige I-Win-Auswahlen werden. Ähnlich dem Knight derzeit…

Okay Ketzer, was willst du uns eigentlich nun sagen? Warum erzählst nicht nicht deiner Black Legion und deinen Überlegungen, Plänen oder was-auch-immer?

Ein Wort: Zukunftsfähigkeit.

Soll ich mir jetzt echt noch die Arbeit machen, nur um festzustellen, dass GWs Zwänge dazu geführt haben, dass das Warhammer 40k Universum nicht mehr der Ort sein soll in dem ich meine Armee ins, bzw. übers Feld schieben will?

Ich tendiere zu einer gewissen… hm… nennen wir es Fatalität. Wenn GW mir ein Warhammer 41.000 anbietet, muss ich es ja nicht annehmen. Es gibt ältere Editionen. Genau wie bei AoS.

Andererseits gibt es ja auch noch Warhammer 30.000 und ich hab ne „Betrayal at Calth“ Box…

Das bloße Gerücht, ein wenig Kopfkino und lebenserfahrener Pragmatismus (sprich: Pessimismus) reichten also aus um mich nochmal ins Grübeln zu bringen.

Nachdem ich meine Gedanken nun mal in die WeltWeite Warteschleife posaunt habe, habe ich hoffentlich den Kopf frei und kann mein Hobby wieder irgendwie fortführen.

Und das nächste Mal geht es dann auch um Modelle. Versprochen!

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